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Internationaler Kongress: Widmungen bei Haydn und Beethoven
Personen - Strategien - Praktiken
Internationaler musikwissenschaftlicher Kongress, veranstaltet vom Beethoven-Archiv Bonn und dem Joseph Haydn-Institut Köln in Verbindung mit dem Beethovenfest Bonn, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
29. September bis 1. Oktober 2011 im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses Bonn
Ein großer Teil der Kompositionen von Joseph Haydn (1732–1809) und Ludwig van Beethoven (1770–1827) ist Adelspersonen und Bürgern gewidmet. Die offizielle Dedikation gedruckter Werkausgaben war insbesondere für Beethoven eine existentielle Notwendigkeit. Widmungen sind aber keine bloße Äußerlichkeit. Sie situieren Werke gesellschaftlich und beeinflussen ihre Rezeptionsgeschichte. Das zeigen jene populär gewordenen Beinamen, in denen Widmungsträger namensgebend geworden sind wie etwa Haydns Esterházy-Sonaten und Beethovens Waldstein- und Kreutzer-Sonate oder das Erzherzog-Trio.
Haydn und Beethoven gehörten verschiedenen Generationen an und verstanden ihre Rolle als Künstler ganz unterschiedlich. Dennoch bestehen im Widmungsverhalten der beiden Klassiker auch deutliche Parallelen – nicht nur wegen der teilweise identischen Widmungsadressaten.
Wie kommen Widmungen zustande, welche Zwecke verfolgen sie, wie artikulieren sie sich sprachlich und typographisch, welche Beziehung besteht zwischen Werk und Widmungsträger, welche Konsequenzen erwachsen daraus für die Wirkungsgeschichte?
Diesen Fragen zu den sozialen, politischen, gattungsgeschichtlichen und ästhetischen Funktionen und Erscheinungsweisen von Widmungen geht der Kongress nach.
Der Kongress wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und in Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn 2011 durchgeführt.
Die Veranstaltung ist für alle interessierten Besucher offen, der Eintritt ist frei.
In Beethovens Geburtshaus (Museum) wird die Sonderausstellung Freundschaftsgabe oder Kalkül? - Beethovens Widmungen gezeigt (28. September 2011 bis 26. Februar 2012).
Donnerstag, 29. September
18.00 Eröffnung
Begrüßung
Prof. Manfred Harnischfeger, kommissarischer Direktor des Beethoven-Hauses
Prof. Dr. Wolfram Steinbeck, Vorstand des Joseph Haydn-Instituts e.V.
Vortrag
Prof. Dr. Norbert Oellers, Bonn
Anrede- und Gruß-Formeln in der deutschen Briefliteratur und in Widmungstexten um 1800
Musikalische Umrahmung: Rebecca Maurer, Nürnberg, spielt auf einem Tafelklavier aus den Sammlungen des Beethoven-Hauses
Empfang
Freitag, 30. September
9.00
Einführung: Dr. Armin Raab, Köln
9.15
Prof. Dr. Axel Beer, Mainz
Widmungen in der Geschichte des Musikdrucks. Ein historischer Überblick
10.00
Dr. Emily Green, New Haven
Dedications as Reception History. A Typology of Exchange, 1785–1830
11.30
Dr. Mekala Padmanabhan, Chennai (Indien)/London
Dedications to Haydn by London Keyboard Composers (1790–1800)
Mit musikalischer Ausgestaltung durch Rebecca Maurer, Nürnberg
14.30
Dr. Gerhard J. Winkler, Eisenstadt
Zwischen Strategie und Zueignung: Widmungen an Männer und an Frauen
15.15
Prof. Dr. Tom Beghin, Montreal
"The Lady Named on the Title Page". The Rhetoric of Dedication in Haydn’s Keyboard Music
16.45
Prof. Dr. James Webster, Ithaca, N.Y.
"Al mio caro Amico Haydn". Zum Widmungstext von Mozarts "Haydn-Quartetten"
17.45 Führung durch die Ausstellung Freundschaftsgabe oder Kalkül? - Beethovens Widmungen in Beethovens Geburtshaus (Museum)
20.00 Konzert Beethoven-Fest
Ganz oben angekommen
Beethovenhalle
Truls Mørk (Violoncello), Rotterdams Philharmonisch Orkest, Yannick Nézet-Séguin (Dirigent)
Antonín Dvořák: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 h-Moll op. 104
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 8 c-Moll
Samstag, 1. Oktober
9.00
Einführung: Prof. Dr. Bernhard Appel, Bonn
9.15
Prof. Dr. Birgit Lodes, Wien
Widmungen – öffentlich oder privat?
10.00
Dr. Maria Rößner-Richarz, Bonn
Beethovens Bonner Widmungsträger vor und nach 1792
11.30
Anna Schirlbauer, M. A., Wien
Nikolaus Zmeskall – zwischen Musik und Bürokratie, Österreich und Ungarn
14.30
Prof. Dr. Larissa Kirillina, Moskau
"Galitzin, der Cellist". Prinz Nikolai Borissowitsch Golizyn als Musiker
15.15
Prof. Dr. William Kinderman, Urbana/Champaign, Ill.
Beethovens Widmungen (und Nicht-Widmungen) an Musiker aus seinem Bekanntenkreis
16.30
Abschlussgespräch
20.00 Konzert Beethoven-Fest
Grenzen überwinden. Campus-Konzert
Beethovenhalle
Arabella Steinbacher (Violine), National Youth Orchestra of Iraq, Mitglieder des Bundesjugendorchesters, Paul MacAlindin (Dirigent)
Ali Authman: »Invocation« (Uraufführung, kurdisches Auftragswerk der Deutschen Welle)
Mohammed Amin Ezzat: »Desert Camel« (Uraufführung, arabisches Auftragswerk der Deutschen Welle)
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 104 D-Dur Hob. I:104
Ludwig van Beethoven: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
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