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Ludwig van Beethoven, Opferlied für Soli, Chor und Orchester, op. 121b, Frühere Fassung, Partitur, Überprüfte Abschrift

Beethoven-Haus Bonn, NE 194

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Wissenswertes
Liedbegleitung für ein ganzes Leben

Bereits 1790 erschien Friedrich von Matthissons Gedicht "Opferlied" im Vossischen "Musen Almanach". Beethoven muß der Text sehr angesprochen haben, denn bis zum Ende seines Lebens sollte dieser ihn nicht wieder los lassen. Schon im Winter 1794/95 skizzierte er das Lied. Kurz darauf notierte er vollständig die erste Strophe des Liedes für Gesang und Klavier auf einem Skizzenblatt. In der zweiten Jahreshälfte 1798 begann Beethoven mit ersten Entwürfen zum "Opferlied" in der Fassung, die heute als WoO 126 bekannt ist. Diese Liedfassung wird er kurz darauf abgeschlossen haben. Weitere Skizzen in unterschiedlichen Ausführungen tauchen von da an mehrfach auf, z.B. im "Keßlerschen Skizzenbuch" von Dezember 1801 oder auf der letzten Seite der Kopistenabschrift des Tripelkonzerts von 1806. 1808 veröffentlichte der Verlag Simrock in Bonn die Klavierliedfassung aus den 1790er Jahren, wahrscheinlich jedoch nicht auf Beethovens Veranlassung. Den Text legte Beethoven allerdings nicht ad acta. Ende 1822 beschäftigte er sich erneut mit dem Sujet. Für eine Akademie des Tenors Wilhelm Ehlers in Preßburg komponierte Beethoven eine neuerlich Version, diesmal für drei Solostimmen, Chor und kleines Orchester. Melodisch griff er dabei auf das Klavierlied zurück. Die überprüfte Abschrift NE 194 ist im Zusammenhang mit dieser Akademie entstanden und spiegelt den Zeitdruck der Vorbereitungen: Obwohl von einem Berufskopisten geschrieben, macht die Abschrift den Eindruck, nicht in Ruhe angefertigt worden zu sein. Beethoven kürzte in seinen Autographen analoge Stellen oft mit "come sopra" (wie oben) ab, ließ diese aber dann in der Abschrift vollständig ausführen. In dieser Abschrift griff auch der Kopist auf diese Abkürzung zurück. Ab Bl. 5r (Bild 9) notierte er nur noch die Gesangstimme des Soprans und sparte sich die übrigen Stimmen und Instrumente. Lediglich den Schluß führte er wieder genauer aus. Ab 1823 versuchte Beethoven, diese Fassung des "Opferliedes" mehreren Verlegern zu verkaufen. Aber sowohl mit Peters in Leipzig, Lissner in Petersburg als auch Probst in Leipzig scheiterten die Verhandlungen. Vielleicht aus diesem Grund überarbeitete Beethoven das Werk ab 1824 noch einmal, wovon zahlreiche Skizzen zeugen. Diese endgültige Fassung, jetzt nur noch mit einer einzigen Solostimme und Orchester, wurde 1825 bei Schott in Mainz herausgegeben; sie ist heute unter op. 121b bekannt. Von 1794 bis 1825 - sein ganzes aktives Leben lang beschäftigte sich Beethoven mit dem "Opferlied". "Das Schöne zu dem Guten" - die letzte Textzeile des Liedes klingt wie ein Motto. Für Beethovens Weltanschauung, seine Musik und seine Arbeitsweise. (J.R.)

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