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Anton Schindler und seine Rolle in der Beethoven-Biographik

Beginn:IV/2008
Ansprechpartner:Daniel Brenner
Adresse:Brenner.Musik@web.de
 
Für Daniel Brenner, Student der Schulmusik und Mathematik (als wissenschaftlichem Beifach) in Stuttgart, erwuchs aus seiner Teilnahme am ersten Beethoven-Studienkolleg, das im September 2007 im Bonner Beethoven-Haus stattfand, ein Forschungsprojekt mit dem Ziel einer Promotion, zu dem er folgendes Exposé vorlegt:
Anton Schindler ist aus der Beethoven-Biographik nicht wegzudenken. Allerdings ist seine Rolle als historischer Gewährsmann problematisch. Schindler hatte zu Beethoven entgegen seiner eigenen Behauptungen nur etwas mehr als zwei Jahre einen wirklich engen Kontakt. Nach Beethovens Tod allerdings stilisierte er sich zum autoritativen Bewahrer von Beethovens Erbe: Er gab vor, über lange Zeit dessen enger Freund und Vertrauter gewesen zu sein und beanspruchte als sein angeblicher Schüler darüber hinaus die Deutungshoheit über sein Werk. Um diesen Anspruch, den Schindler in mehreren Auflagen seiner Beethoven-Biographie und in zahlreichen weiteren Veröffentlichungen erhob, zu untermauern, schreckte er auch nicht vor Eingriffen in Beethovens Hinterlassenschaft zurück. Schindler vernichtete und fälschte Dokumente, vor allem die Konversationshefte aus Beethovens letzten Lebensjahren. In erster Linie dienten diese Eingriffe dem Ziel, die eigene Person für die Beethoven-Biographik unentbehrlich zu machen und die völlig übertriebene Bedeutung zu unterstreichen, die er sich selbst zuwies.
Die geplante Arbeit strebt eine umfassende Untersuchung der Rolle Anton Schindlers an, die die verschiedenen öffentlichen Äußerungen (Beethoven-Biographien, Zeitungsartikel etc.) von Schindler und seinen "Gegenspielern" jener Zeit in Beziehung setzt und dabei die umfangreiche, bislang nicht ausgewertete Korrespondenz Anton Schindlers mit einbezieht.
 
Beteiligte:Betreuung durch Prof. Dr. Dörte Schmidt, Universität der Künste, Berlin