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Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 (Es-Dur) op. 73

Hörproben
1. Allegro (365 kB)
2. Adagio un poco moto (365 kB)
3. Rondo. Allegro (365 kB)

Entstehung
Beginn 1809, Abschluss Februar 1810
Rudolph Erzherzog von Österreich gewidmet

Beethovens fünftes Klavierkonzert entstand im allgemein äußerst schwierigen Jahr 1809. Europa befand sich mitten in den Napoleonischen Kriegen. Im April hatte Österreich Frankreich den Krieg erklärt. Mitte Mai 1809 wurde Wien von den französischen Truppen unter Napoleon bombardiert und besetzt. Schon am 4. Mai war die kaiserliche Familie, darunter auch Erzherzog Rudolph, Beethovens Förderer und Schüler, aus Wien in den ungarischen Teil ihres Herrschaftsbereiches geflohen.

Mit der Besatzung verschlechterten sich die Lebensverhältnisse in Wien. Die einheimische Bevölkerung hatte für den Unterhalt der Truppen aufzukommen, was die allgemeine Versorgungslage dramatisch verschärfte. Zudem war Österreich verpflichtet, Reparationszahlungen zu leisten sowie Zwangsanleihen und Sondersteuern abzuführen, von denen auch Beethoven betroffen war. Beethoven schreibt am 19. September 1809 nach Leipzig: "wir sind hier in geldes Noth, dann, wir brauchen zweimal so viel als sonst - verfluchter Krieg" (BGA 400), und am 2. Januar 1810 klagt er "wir haben nicht einmal mehr gutes genießbares Brod" (BGA 419). Beethoven hatte zudem noch ausgesprochen unangenehme Erinnerungen an die erste französische Besatzung 1805, deretwegen u.a. die Uraufführung der Leonore zu einem veritablen Misserfolg wurde. Beethovens Haltung Napoleon gegenüber schlug 1809 in Ablehnung um. Der allgemeinen Gesinnung folgend, wurde auch Beethoven 1809 zunehmend deutsch-national. Die Materialien zum 5. Klavierkonzert machen das deutlich:

Etliche Skizzen zum 5. Klavierkonzert befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft mit Skizzen zu Heinrich Joseph von Collins Wehrmannslied "Östreich über alles" (siehe z.B. das Skizzenblatt HCB Mh 79). Collins Wehrmannslieder erfreuten sich großer Beliebtheit und erfuhren mehrere Vertonungen. Collin wurde wegen der Texte von den Franzosen gesucht. Beethoven vollendete die Lied-Komposition jedoch nicht.

Ein weiteres Zeugnis von Beethovens Patriotismus findet sich am unteren Rand von Bl. 74r im Partiturautograph zum fünften Klavierkonzert, zu Beginn des 2. Satzes. Beethoven hält hier fest "Östreich löhne Napoleon" - Österreich zahle es Napoleon heim! (Hans-Werner Küthen, Herausgeber des Konzerts in der Neuen Beethoven-Gesamtausgabe, schließt aus dieser Bemerkung, dass Beethoven den zweiten Satz des Konzerts nach der Eroberung Wiens geschrieben hat.)

Erzherzog Rudolph und die kaiserliche Familie kehrten erst am 30. Januar 1810 aus dem ungarischen Exil nach Wien zurück. Beethoven hatte die Abwesenheit seines Schülers u.a. dafür genutzt, das Konzert zu vollenden. Beethovens Freude über die Rückkehr seines begabten Schülers war groß. Neben der Klaviersonate "Les Adieux" op. 81a erhielt der Erzherzog auch das fünfte Klavierkonzert von seinem Lehrer gewidmet. Eine Widmung, die unter den geschilderten Umständen mehr als nachvollziehbar und folgerichtig erscheint. (J.R.)

Musikhandschriften
Skizzen, HCB Mh 77
Skizzen, HCB Mh 78
Skizzen, HCB Mh 79
Skizzen, NE 39
Überprüfte Abschrift, op. 73, Klavierstimme des 1. Satzes, Klavierstimme

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 73, Klavierstimme, Breitkopf und Härtel, 1613
Originalausgabe, op. 73, Stimmen, Breitkopf und Härtel, 1613
Originalausgabe, op. 73, Stimmen, Breitkopf und Härtel, 1613; Teilscan
Erstausgabe, op. 73, Partitur, Breitkopf und Härtel, 9250
Erstausgabe, op. 73, Partitur, Richault, 7812

Weitere Musikdrucke (bibliographische Angaben)

Schriftdokumente
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 4. Februar 1810
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Baden, 21. August 1810
Brief an Breitkopf und Härtel in Leipzig, Wien, vor dem 3. Mai 1811
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 6. Mai 1811, mit beigefügtem Fehlerverzeichnis
Brief an Carl Czerny, Wien, 21. Mai 1824
Brief an Breitkopf und Härtel in Leipzig, Wien, 2. Juli 1810

Bilder
Rudolph (1788-1831), Erzherzog von Österreich, seit 1819 Kardinal und Erzbischof von Olmütz - Anonymes Ölgemälde, vielleicht von Johann Baptist von Lampi, 1. Hälfte 19. Jahrhundert?
Rudolph (1788-1831), Erzherzog von Österreich, seit 1819 Kardinal und Erzbischof von Olmütz - Stich von Blasius Höfel nach einer Zeichnung von Adalbert Suchy, um 1820
Rudolph (1788-1831), Erzherzog von Österreich, seit 1819 Kardinal und Erzbischof von Olmütz - Anonyme Lithographie des 19. Jahrhunderts, Mitte 19. Jahrhundert?
Rudolph (1788-1831), Erzherzog von Österreich, seit 1819 Kardinal und Erzbischof von Olmütz - Fotografie eines Stichs von Blasius Höfel, Um 1920?
Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 (Es-dur, op. 73) - Fotografie eines Gemäldes von Radu Dragomir, um 1971

Literatur (bibliographische Angaben)

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-72
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-73
Großbritannien, London: The British Library
USA, New York: The Juilliard School, Lila Acheson Wallace Library and Archives
USA, New York: The Morgan Library
USA, New York: The Morgan Library

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