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Sinfonie Nr. 4 (B-Dur) op. 60

Hörproben
1. Adagio - Allegro vivace (365 kB)
2. Adagio (365 kB)
3. Allegro vivace (365 kB)
4. Allegro ma non troppo (365 kB)

Entstehung
1806
Franz Joachim Reichsgraf von Oppersdorff gewidmet

Die 4. Sinfonie op. 60 steht immer ein wenig im Schatten zwischen den sie umrahmenden großen heroischen Sinfonien, der dritten, der "Eroica", sowie der fünften und sechsten, "Schicksalssinfonie" und "Pastorale". Zu Unrecht. Schon der Rezensent der Allgemeinen musikalischen Zeitung urteilte 1812, die Sinfonie sei "ein Werk, vom Componisten mit eben der Originalität und Energie ausgestattet, welche die frühern Productionen seiner Muse bezeichnen, ohne der Klarheit durch Bizarrerien zu schaden (...)".

Die vierte Sinfonie wurde wahrscheinlich im März 1807 in einem der Privatkonzerte bei Fürst Lobkowitz uraufgeführt. Zu Gehör kamen die ersten drei Sinfonien "mit einer vierten, noch ganz unbekannten Sinfonie von ihm [Beethoven]", wie die Allgemeine musikalische Zeitung vom 18. März 1807 berichtete. Widmungsträger der Sinfonie wurde im Folgejahr 1808 Franz Joachim Reichsgraf von Oppersdorff (1778-1818), den Beethoven 1806 bei seiner Reise mit Fürst Lichnowsky auf dessen Schloss Grätz bei Troppau kennengelernt hatte. Oppersdorff residierte nicht weit von Lichnowsky entfernt in Oberglogau und unterhielt auf seinem Schloss ein eigenes professionelles Hausorchester. Der Reichsgraf war ein großer Musikliebhaber und sollte zunächst die fünfte Sinfonie op. 67 zur Widmung erhalten. Der damaligen Praxis entsprechend waren Widmungen nicht umsonst. Für eine zwischen dem Komponisten und dem Widmungsträger ausgehandelte Summe erhielt der "Käufer" neben seiner Namensnennung auf dem Titel auch für eine festgesetzte Zeit (meist ein halbes Jahr) das alleinige Verfügungsrecht an der Komposition. Oppersdorff leistete schon Anfang des Jahres 1808 mehrere Vorauszahlungen für die fünfte Sinfonie. Nachdem Beethoven diese dann aber Fürst Lobkowitz verkaufte (aus Not, wie er sich am 1. November 1808 brieflich bei Oppersdorff entschuldigte), erhielt Oppersdorff als Entschädigung die "Vierte" op. 60 zugeeignet. (J.R.)

Musikhandschriften
Skizze, HCB BSk 17/65a

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 60, Stimmen, Bureau des Arts et d'Industrie, 596
Titelauflage, op. 60, Partitur, Simrock, 2078
Titelauflage, op. 60, Partitur, Simrock, 2078
Titelauflage, op. 60, Partitur, Simrock, 2078; Teilscan
Titelauflage, op. 60, Partitur, Simrock, 2078; Teilscan

Musikdrucke (bibliographische Angaben)

Schriftdokumente
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Grätz, 3. September 1806
Brief an Breitkopf und Härtel in Leipzig, Wien, 18. November 1806
Brief an Nikolaus Simrock in Bonn, Wien, 26. April 1807
Brief an Ignaz und Camille Pleyel in Paris, Wien, 26. April 1807
Brief an Ignaz von Gleichenstein in Wien, Baden, vor dem 23. Juli 1807

Bilder
Franz Joachim Reichsgraf von Oppersdorff (1778-1818) - Fotografie einer Lithographie von Andreas Staub, wohl nach einer eigenen Zeichnung, um 1920?
Beethovens Sinfonie Nr. 4 (B-dur, op. 60) - Fotografie eines Gemäldes von Radu Dragomir, um 1971
Gedenkmedaille für Ludwig van Beethoven - Fotografie des Ateliers Schleiss nach einer Medaille aus Glogowek, um 1981

Literatur (bibliographische Angaben)

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Tschechien, Nelahozeves: Roudnicka Lobkowiczka sbirka, zamek
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen

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