Entstehung
Erste, frühe Skizzen bereits im Sommer 1807, Beginn der eigentlichen Arbeit März 1808, Abschluss August 1808
Franz Joseph Maximilian Fürst Lobkowitz und Andreas Kyrillowitsch Graf Rasumowsky gewidmet
Mit seiner 6. Sinfonie, "Pastorale", stellt sich Beethoven in eine lange Tradition europäischer Kunst. Schon seit der Antike ist die Darstellung von Hirtenleben, ländlichen Szenen und Naturschilderungen ein beliebter und ungebrochener Topos der Literatur, bildenden Kunst und Musik. Wie in vielen seiner Werke, nimmt Beethoven auch mit der Pastorale eine richtungweisende Position ein. Er führt ein traditionelles Sujet zu neuer, strahlender Größe und setzt damit Maßstäbe für die nach ihm kommenden Generationen.
Beethoven arbeitete sehr konzentriert und zügig an seiner sechsten Sinfonie. Zwar existieren bereits vereinzelte erste Skizzen aus dem Sommer 1807, den Hauptteil der kompositorischen Arbeit leistete er jedoch innerhalb der Monate März bis August des Jahres 1808. Sie schlägt sich im sogenannten Pastorale-Skizzenbuch (London, British Library, Add. Ms. 31 766) nieder, in dem sich Skizzen zu allen Sätzen der Sinfonie befinden. Beethoven erwähnt die Sinfonie erstmals direkt in einem Brief vom 8. Juni 1808, in dem er dem Verlag Breitkopf & Härtel "2 sinfonien" anbietet - Opus 67 und 68. Während die Fünfte Sinfonie schon im März 1808 vorlag, war die Sechste zum Zeitpunkt des Briefes wahrscheinlich noch nicht abgeschlossen. Die Niederschrift des Autographs hatte Beethoven zwar schon begonnen, es wurde jedoch wohl erst im Juli oder August 1808 beendet. Die Pastorale wurde zum ersten Mal am 22. Dezember 1808 in Beethovens Akademie im Theater an der Wien aufgeführt. (J.R.)