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Ludwig van Beethoven, Sonate für Klavier (c-Moll) op. 111, 1. Satz, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, BH 71

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Wissenswertes
"so bald sie die andere Abschrift erhalten haben vernichten sie es sogleich"

"(...) in so vielen zerstreuten Beschäftigungen geschah es, daß ich dem Copist mein bloßes erstes Koncept übergeben, wodurch wie es manchmal zu geschehen pflegt manches noch unvollkommen u nicht richtig angezeigt war, sie dörfen also gar keinen Gebrauch davon machen auch bitte ich sie es niemanden andern zu zeigen, so bald sie die andere Abschrift erhalten haben vernichten sie es sogleich (...)" (BGA 1458. Beethoven an Adolph Martin Schlesinger in Berlin 20. Februar 1822). Vieles spricht dafür, dass Beethoven in seinem Brief an den Verleger Schlesinger das vorliegende Autograph der Klaviersonate op. 111 meint, von dem uns nur noch der erste Satz erhalten ist (ein zweites, vollständiges Autograph der Sonate liegt in Berlin). Wie Beethoven in seinem Brief andeutet, können wir am vorliegenden Manuskript unterschiedliche Arbeitsschritte zwischen Komposition und Drucklegung erkennen. Diese helfen uns bei der zeitlichen Einordnung:

Dieses "erste Konzept" ist auf der ersten Seite oben von Beethoven datiert mit "13ten jenner 1822" (Bild 1). Es ist stark überarbeitet, wie Beethoven in seinem Schreiben bereits andeutete: ganze Passagen sind durchgestrichen oder ausradiert und überschrieben. Auf Seite 17 (Bild 17) finden sich z.B. drei Takte, die - durch das Einfügungszeichen eines gekreuzten Kreises gekennzeichnet - als Korrektur für Seite 14 (Bild 14) gedacht sind. Auch einzelne Noten, Artikulations- oder Vorzeichen, Tempoangaben und dynamische Zeichen sind korrigiert bzw. nachträglich eingefügt. Häufig tauchen, mit Kreuzen gekennzeichnet, Korrekturen auf, die am Rand den Vermerk "Berlin" (Bilder 2 und 8) tragen. Auf S. 17 (Bild 17) finden wir einen handschriftlichen Hinweis, der vermutlich vom Kopisten Wenzel Rampl stammt, der dieses "Konzept" für den Verleger als Stichvorlage abschrieb: "soll ich in der Hohe schreiben". Für die Datierung ergibt sich daraus: Beethoven ließ das Autograph abschreiben und schickte die Abschrift (Stichvorlage HCB Mh 54) im März 1822 zu seinem Verleger Schlesinger nach Berlin. Anschließend fügte er im Autograph Änderungen ein, die er mit "Berlin" kennzeichnete und die in der Tat in der Stichvorlage nicht auftauchen. Letztendlich wurde die Sonate jedoch nicht bei Adolph Schlesinger in Berlin sondern bei dessen Sohn Maurice in Paris verlegt, was Beethoven allerdings erst ungefähr im Juli 1822 erfuhr. Die Korrekturen müssen also nach Mitte März und vor Juli 1822 entstanden sein.

Bibliothekarische Erschließung

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