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Ludwig van Beethoven, Sonate für Klavier (e-Moll) op. 90, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, NE 189

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Wissenswertes
Wegen der Fehler in Donner und Blitz

Im September 1814 war Beethoven vom niederösterreichischen Landrecht dazu verurteilt worden, dem Wiener Verleger Sigmund Anton Steiner im Ausgleich für eine Schuldforderung eine "ganz neue noch nirgend im Stich erschienene Claviersonate" zu überlassen. Beethoven entschied sich für die Klaviersonate op. 90. Diese hatte er zwar zuvor dem Erzherzog Rudolph geschenkt (das Manuskript mußte er sich erst zurück borgen), aber sie war neu, unbekannt und noch nicht gedruckt. Die Stichvorlage erstellte Beethoven selbst. Das Autograph sieht sorgfältig und ordentlich aus, was von einer Reinschrift und Stichvorlage zu erwarten ist. Dennoch könnte man wohl nicht daraus musizieren. An Stellen, wo sich Themen oder Abschnitte wiederholen, sparte sich Beethoven die Mühe der Abschrift. Mit "sim[i]l[e]" (genauso, bei sich wiederholenden Takten) und "come sopra" (wie oben) mit einer weiterführenden Wellenlinie deutete er an, der Notentext sei wie an entsprechender vorangegangener Stelle zu übernehmen. Für den Stecher, der den Notentext aus der Handschrift auf die Stichplatten übertragen musste, war es offensichtlich nicht ganz einfach, immer die richtige Stelle zuzuordnen. Anton Diabelli, 1815 Angestellter des Verlags Steiner, trug deshalb in das Autograph Hilfestellungen ein, um die Orientierung zu erleichtern: Auf Bl. 9v und 10r (Bilder 19 und 20) sowie auf Bl. 11r und 11v (Bilder 22 und 23) füllte er in den unteren bzw. oberen Systemen den Notentext aus, den Beethoven mit "come sopra" abgekürzt hatte.

Obwohl sowohl Diabelli, ein sehr zuverlässiger und sorgfältiger Korrekturleser, als auch der Komponist selbst die Korrekturabzüge für die Originalausgabe korrigiert hatten, blieben v.a. in den im Manuskript abgekürzten Stellen noch Fehler stehen, über die sich Beethoven sehr ärgerte. Drei Wochen nach Erscheinen der Originalausgabe schrieb er einen erbosten Brief an den Verleger: "Wenn nicht Morgen Abends zwischen 6 und 7 uhr, das Exemplar, welches ich dem Adjutanten des G.[eneral] l.[eutnants] Tobias Haßlinger korrigirt übergeben von der Sonate, Samt einem andern, worin keine Fehler mehr sind, |: So daß man Sieht, daß die Fehler in den Kupferplaten verbessert sind :| so zu sagen das korrigirte (von mir) und das Fehlerfreye in meinen Händen sind, so beschließen wir, was folgt: Der G. L. wird einstweilen suspendirt, Sein Adjutant T.[obias] H.[aslinger] kreuzweiß geschloßen; - unser Generalprofoß Diabolus Diabelli wird mit Vollziehung dessen beauftragt werden - nur die Pünktlichste Befolgung unseres Oben angegebnen Befehls kann vor der Schon verdient und anerkannten Strafe retten. Der G[eneralissimu]s (in Donner u. Bliz.)" (BGA 814. Beethoven an Sigmund Anton Steiner, Wien, 27. Juni 1815). (J.R.)

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