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Ludwig van Beethoven, Skizzenblätter zum Klavierstück "Für Elise" WoO 59, zum Marsch WoO 19 und zu Egmont op. 84, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, BH 116

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Wissenswertes
Beethovens bekannteste Melodie

Selbst als Klingelton eines Handys ist sie (leider) nicht mehr wegzudenken - neben dem pochenden Eröffnungsmotiv der fünften und dem jubelnden Schlusschor der neunten Sinfonie ist Beethovens Klavierstück "Für Elise" sicherlich die bekannteste Melodie des großen Komponisten. Die wenigsten wissen jedoch, dass die Melodie erst vor gut 100 Jahren ihren Siegeszug angetreten hat und dass wir vom Autograph keine Spur haben.

Dieses Skizzenblatt, das neben den Skizzen zur "Elise", WoO 59, (auf den beiden Außenseiten 1 und 4) auch noch Skizzen zur Schauspielmusik Egmont op. 84 und zum Marsch WoO 19 enthält, ist das einzige verbliebene Zeugnis der Komposition. Der Beethovenforscher Ludwig Nohl veröffentlichte das Stück 1867. Er hatte das Autograph nach eigenen Angaben noch gesehen. Seitdem ist es jedoch ohne Spur verschwunden. Schon der Titel des Werks gibt Rätsel auf. Für welche Elise hatte Beethoven die Miniatur geschrieben? Auf dem Skizzenblatt ist kein Titel notiert, sondern lediglich die Nummerierung "No 12" auf der ersten Seite links oben. Sie stammt aus dem Jahr 1822, als Beethoven mehrere kleine Klavierstücke aus älterer Zeit sichtete, um sie ggf. herauszugeben. In diesem Zusammenhang brachte er mehrere ältere Entwürfe in eine Reihenfolge, vergleichbare Ziffern finden sich auch auf dem Skizzenblatt BH 114. Zurück zu der mysteriösen Elise. Soweit bekannt, gab es in Beethovens Freundeskreis keine Frau solches Namens. Ludwig Nohl gab damals an, das Autograph des Stückes stamme aus dem Nachlaß der Therese von Droßdick geb. Malfatti. Es ist bekannt, dass Beethoven für Therese Malfatti schwärmte und ihr Klavierunterricht erteilte. Sollte sich Nohl verlesen haben? War das Autograph eigentlich mit "Für Therese" überschrieben?

Auf dem Doppelblatt befinden sich noch weitere Skizzen, z.B. zur Schauspielmusik zu Goethes Egmont op. 84, an der Beethoven bis Sommer 1810 arbeitete. Auch zum Marsch WoO 19 notierte sich Beethoven Entwürfe auf dem Blatt. Das Autograph dieses Marsches ist von ihm selbst datiert auf den 3. August 1810. So können wir die Skizzen genau datieren. Nohl gab an, das Autograph sei mit "27. April" datiert gewesen - dem können wir aufgrund des übrigen Skizzenbefundes das Jahr 1810 hinzufügen. In diesem Jahr hatte Beethoven tatsächliche engen Kontakt mit der Familie Malfatti.

Therese statt Elise? Letztlich lässt sich diese Frage nicht abschließend klären, da das Autograph offensichtlich unwiederbringlich ist. Auch für die Edition dieses vielgespielten Stückes bringt diese Tatsache Probleme mit sich. Alles, was wir aus Beethovens Hand davon haben, sind die mit Tinte notierten Skizzen auf diesem Blatt (die Notate mit Bleistift gehören zu den anderen Werken) und die Erstausgabe Nohls, deren Zuverlässigkeit nicht ganz unzweifelhaft ist. Zwar sind die Skizzen schon weit fortgeschritten und von Beethoven selbst 1822 noch überarbeitet worden. Sie bilden schon ein Konzept, aus dem sich ein spielbares Stück konstruieren ließe - wie weit dies jedoch dem Beethovenschen Original nahe kommt, wissen wir nicht. Beethovens bekannteste Melodie, die es bis in die Handy-Charts geschafft hat - sie steht auf tönernen Füßen. (J.R.)

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