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Sonate für Klavier (e-Moll) op. 90

Hörproben
1. Mit Lebhaftigkeit und durchaus mit Empfindung und Ausdruck (365 kB)
2. Nicht zu geschwind und sehr singbar vorzutragen (365 kB)

Entstehung
1814
Moritz Graf von Lichnowsky gewidmet

Die Klaviersonate op. 90 entstand im Sommer 1814. Schon seit fünf Jahren hatte Beethoven keine Klaviersonate mehr geschrieben - die letzte zuvor war die Lebewohl-Sonate op. 81a gewesen. Beethoven erlebte im Sommer 1814 den Höhepunkt seiner Popularität: Die von ihm anlässlich des Wiener Kongresses komponierten Werke "Wellingtons Sieg" op. 91 und die Kantate "Der glorreiche Augenblick" op. 136 hatten Beethoven Anerkennung, Wohlstand und öffentlichen Ruhm eingebracht. Ende Mai 1814 war die 3. Fassung seiner Oper "Fidelio" mit großem Erfolg uraufgeführt worden und blieb den ganzen Sommer über auf dem Spielplan.

Nach Fertigstellung der Sonate gab Beethoven das Autograph zunächst seinem Gönner und (Klavier-)Schüler Erzherzog Rudolph, was wohl bedeutet, dass er nicht sofort an eine Veröffentlichung dachte. Allerdings musste er das Manuskript schon im Herbst 1814 zurückfordern, natürlich nicht ohne dem Erzherzog zu versprechen, er werde bald ein schön gestochenes Exemplar erhalten. Beethovens Bruder Kaspar Karl, bzw. dessen Frau Johanna hatten Schulden beim Wiener Musikverleger Sigmund Anton Steiner, für die Beethoven als Bürge einsprang. Als Gegenleistung für die Schuldforderung war Beethoven vom Landgericht verpflichtet worden, Steiner eine ganz neue Klaviersonate zu überlassen - op. 90. Der Druck ließ allerdings bis zum Frühsommer des Folgejahres 1815 auf sich warten, erst am 6. Juni zeigt Steiner in der Wiener Zeitung eine ganz neu erschienene Sonate an: "Allen Kennern und Freunden der Tonkunst wird die Erscheinung dieser Sonate gewiß sehr willkommen seyn, da nun seit mehreren Jahren von L. v. Beethoven nichts für's Piano=Forte erschienen ist. - Es bedarf dieß neue Werk keiner Lobrede, da es ihm an Originalität, Annehmlichkeit und Kunst, womit der geschätzteste Tonkünstler unserer Zeit seine Werke unerschöpflich zu schmücken gewöhnt ist, keineswegs gebricht." Der Erzherzog wollte indes nicht solange warten und erbat sich das Autograph leihweise zurück, um eine Abschrift davon machen zu können. Beethoven konnte ihm den Wunsch nicht abschlagen und besorgte im März 1815 das Manuskript vom Verleger, der es ihm eine Woche lang borgte. Tatsächlich fertigte seine kaiserliche Hoheit in darauffolgenden Zeit eine eigene Abschrift davon an, die nach wie vor eine wichtige Quelle der Klaviersonate darstellt. (J.R.)

Musikhandschriften
Autograph, op. 90

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 90, Steiner, 2350
Originalausgabe, op. 90, Steiner, 2350
Titelauflage, op. 90, Breitkopf und Härtel, 2350; Teilscan
Titelauflage, op. 90, Simrock, 2350; Teilscan
Titelauflage, op. 90, Steiner, 2350; Teilscan

Weitere Musikdrucke (bibliographische Angaben)

Schriftdokumente
Brief an Sigmund Anton Steiner, Wien, 21. März 1815
Billet an Sigmund Anton Steiner, Wien, 29. Mai 1815
Brief an Ignaz von Gleichenstein, Wien, Juni 1815
Billet an Tobias Haslinger, Wien, vielleicht Februar 1823

Bilder
Moritz Graf von Lichnowsky (1771-1837) - Fotografie eines anonymen Ölgemäldes aus dem 19. Jahrhundert, um 1910 ?

Literatur (bibliographische Angaben)

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen
Österreich, Wien: Österreichische Nationalbibliothek

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