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Thema: Historische Instrumente
Matthias Koll schrieb am 24.05.2002:
Ich möchte Beethovens Klaviersonaten auf einem historischen Instrument spielen. Welcher Hammerflügel-Typus ist zu empfehlen?

  Antwort: Historische Instrumente
Beethoven-Archiv antwortete am 24.05.2002:
Beethoven komponierte zu einer Zeit, in der der Klavierbau große Fortschritte machte - vom kleinen Fortepiano bis hin zu relativ großen Hammerflügeln. Der Komponist war sehr an den neuen Entwicklungen interessiert und wurde umgekehrt von den Klavierbauern immer wieder um Rat gefragt. Deshalb standen ihm aus dem deutschen Sprachraum, aber auch aus England (Broadwood), Frankreich (Erard) und dem deutschen Sprachraum zur Verfügung. Beethoven, selbst ein ausgezeichneter Pianist, war in seinem Klangbild seiner Epoche vielfach voraus.
Für die historische Aufführungspraxis ist interessant, aus welcher Schaffensperiode Beethovens ein Werk stammt. Bei einer Konzertserie im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses verwendeten wir für die frühen Klaviersonaten ein Instrument von Michael Rosenberger (1802), für die mittleren Sonaten das sich im Besitz des Beethoven-Hauses befindliche Fortepiano von Conrad Graf (1824), und für die späten Sonaten ein Instrument von ca. 1834. Grundsätzlich ist bei der Verwendung historischer Instrumente zu hören, daß der moderne Konzertflügel zwar einen stärkeren Ton hervorbringt, also selbst große Konzertsäle füllen kann - dieses jedoch auf Kosten der klanglichen Vielfalt geschieht. Ein Hammerflügel hingegen bietet die Gelegenheit, ganz neue Nuancen zu entdecken. Das gilt für die Pianisten ebenso wie für das Publikum.

  Antwort: Historische Instrumente
Dohrmann antwortete am 08.12.2005:
Bei der Auflistung der Instrumente fehlt unbedingt A. Walter und J. A. Streicher (beide von B. geschätzt)! Allgemein wird man Instrumente mit Wiener mechanik vor solchen englischer Bauart bevorzugen (obwohl damit nicht gesagt sein soll, daß etliche Werke - bis auf frühe - nicht auch auf einem Broadwood gut wirken können). Manche Sonaten erfordern durch Beethovens Interpretations-Vorschriften (v. a. Pedalzüge) bestimmte Voraussetzungen, die nicht jeder Flügel hat (ein moderner schon gar nicht):

MfG,

Christoph Dohrmann

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