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Thema: klavierkonzerte
Heidrun Holtmann wrote on 11.11.2004:
Sehr geehrte Damen und Herren,
gern würde ich erfahren, ob es zuverlässige Informationen gibt über die Frage, ob Beethoven die Uraufführungen seiner Klavierkonzerte alle selbst als Solist gespielt hat und ob er gleichzeitig das Orchester dirigiert hat. Auch wenn er spätere Aufführungen gespielt hat, würde ich gern wissen, ob er gleichzeitig als Dirigent tätig war.
Was ist "dran" an der Aussage von Ignaz von Seyfried, er (Seyfried) habe Proben und Aufführungen von Symphonien, Konzerten, dem Oratorium und der Oper im Theater an der Wien geleitet? Ich halte es für praktisch unmöglich, daß er als Dirigent die - wie er außerdem selbst schreibt - sehr heikle Aufgabe übernommen haben könnte, dem Solisten Beethoven die Noten umzuwenden. Was meinen Sie dazu?
Mit freundlichen Grüßen
Heidrun Holtmann

  Answer: klavierkonzerte
gerhard bauer answered on 24.02.2005:
hin und wieder kann er schon umgeblättert haben, der seyfried. hat er dann halt nicht dirigiert. aber keiner wird genaueres wissen. darf ich bei der gelegenheit bedeuten, gute HH, dass Ihr den 2. satz von KV 310 überirdisch gut spielt. dank Euch.

  Answer: klavierkonzerte
Beethoven-Archiv answered on 25.02.2005:
Zu dieser Diskussion folgende Bemerkungen:

Das Konzertleben war zu Beethovens Zeit anders: Es gab keinen "Dirigenten", wie wir das heute gewohnt sind; die Leitung des Orchesters lag in der Regel beim ersten Geiger als Konzertmeister. Beispielsweise hat bei den Leipziger Gewandhauskonzerten erst Mendelssohn das Dirigieren mit Taktstock eingeführt.

Beethoven musizierte natürlich nicht nach gedruckten Noten, und "das Werk" stand in seiner Form nicht immer so fest, wie wir das heute begreifen. Beispielsweise das Klavierkonzert Opus 15 wurde im März 1795 in der Erstfassung von Beethoven gespielt, die Komposition jedoch 1800 erst Jahre später beendet, wobei weitere Aufführungen (z. B. 1798 in Prag) gewiß den Anstoß gegeben haben. Die große Zeitspanne bis zum Druck ist bezeichnend, belegt sie doch das damalige Selbstverständnis des ausgezeichneten Pianisten Beethoven als eines reisenden Virtuosen. Schon Mozart hatte diese Strategie verfolgt und im Zusammenhang mit seinen Klavierkonzerten festgestellt, "daß mir mehr Nutzen schafft, wenn ich sie noch ein paar Jährchen bey mir behalte, und dann erst durch den Stich bekannt mache". Der Komponist sicherte sich somit zunächst das Aufführungsmonopol. In diese Jahre fällt zugleich eine bemerkenswerte Entwicklung Beethovens, der die frühen Klavierkonzerte in mehreren Fassungen zu Papier brachte und - wie auch die zitierte Selbsteinschätzung bezeugt - auf der Suche nach der eigenen Form war. Dabei ging es um die Frage eines Gleichgewichts zwischen virtuoser Spielfreudigkeit im Klavierpart und dem Verständnis des Konzerts als durchgearbeitetem symphonischem Werk.

Beethoven hat Klavierkonzerte primär für sich selbst geschrieben. Es ist bezeichnend, daß er - als ihm seine zunehmenden Gehör-Probleme verboten, selbst als Solist aufzutreten - dann später keine Klaviekonzerte mehr komponiert (das letzte Klavierkonzert Opus 73 wurde von Friedrich Schneider 1811 uraufgeführt).

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