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Thema: Septett op. 20
Christoph Koncz wrote on 16.06.2006:
Ich habe soeben zum für mich ersten Male das Septett Es-dur op. 20 erarbeitet und bin sogleich auf ein grundlegendes Problem gestoßen. Da die Gesamtausgabe Ihre Arbeit am Septett offensichtlich leider noch nicht beendet hat, informierte ich mich in der nächstgelegenen Bibliothek und kehrte mit zwei Stimmausgaben zurück: jeweils eine der Edition Peter (7197) und aus Breitkopf & Härtels Kammermusik-Bibliothek (Nr. 4) sowie einer Studienpartitur der Edition Eulenburg (1112), herausgegeben von Wilhelm Altmann.
Leider haben meine Quellen bezüglich Dynamik und Artikulation grundverschiedene Ansichten wiedergegeben - so sind in den Takten 40, 42 & 44 des ersten Satzes sf bzw. p zu lesen. Daraufhin habe ich, zugegebenermaßen bereits etwas verzweifelt, die von der Gesamtausgabe bereits berücksichtige Klaviertrio-Bearbeitung zu Rate gezogen (besser irgendein Urtext denn gar keiner, lautete meine Devise), die allerdings bereits von Beethoven tiefgreifende Änderungen erfahren hatte (Satz 1, Take 8 & 9 bereits in Moll), sodass sie für Vergleiche nur bedingt verwendbar war.
Nun wollte ich fragen, ob Sie bereits einen voraussichtlichen Erscheinungstermin des Septetts im Rahmen der Gesamtausgabe nennen können?

Weiters lese ich im Vorwort von Wilhelm Altmann: "Da der Leipziger Verlag neben der Original-Ausgabe ein Arrangement des Septetts für 2 Violinen, 2 Bratschen und Violoncello er[s]chienen ließ, die bereits am 18. August 1802 angezeigt wurde und gar nicht als Bearbeitung gekennzeichnet war, indem der Titel nur "Quintette" lautete, sah sich Beethoven gegen Ende Oktober 1802 gezwungen, öffentlich dagegen zu protestieren, daß dies ein Originalquintett von ihm sei. Sein Schüler Ferdinand Ries behauptet freilich, daß dieses Quintett-Arrangement von Beethoven selbst herrührt."
Eine Internetsuche nach genannten Quintett hat mir keine Ergebnisse geliefert. Wissen Sie über den Verbleib dieses Arrangements Bescheid?

Mit bestem Dank im Voraus für Ihren Antworten,

Christoph Koncz

  Answer: Septett op. 20
Dr. Ernst Herttrich answered on 29.06.2006:
Der Gesamtausgabenband mit dem Septett op. 20 ist zur Zeit in Arbeit und wird voraussichtlich in eineinhalb Jahren erscheinen.

Dass unterschiedliche Notentexte existieren, kommt daher, dass manche Editoren sich am Autograph, manche am Erstdruck des Werks orientieren. Letztere haben wohl Recht, denn das Autograph hat teilweise noch ausgesprochenen Skizzencharakter. Für die Erstausgabe hat Beethoven noch zahlreiche Details geändert; sie ist daher eindeutig als Hauptquelle anzusehen.

An der von Ihnen erwähnten Stelle in T. 40 usw. des 1. Satzes hat das Autograph p, die Erstausgabe aber sf. Diese Lesart dürfte mit ziemlicher Sicherheit die von Beethoven letztlich gewollte sein.

Eine Ausgabe der Fassung für Streichquintett befindet sich in unserer Bibliothek unter der Signatur C 20 / 38. Sie können dort, falls Sie interessiert sind, Kopien bestellen. Das Arrangement stammt jedoch sicherlich nicht von Beethoven. Ries hat es wohl mit dem Quintett op. 4 verwechselt, das eine tatsächlich von Beethoven selbst angefertigte Umarbeitung des Oktetts op. 103 darstellt.

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