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Kollage

20 Jahre Kammermusiksaal Hermann J. Abs am Beethoven-Haus



Rechtzeitig zu seinem 100jährigen Bestehen konnte der Verein Beethoven-Haus vor 20 Jahren am 24. Februar 1989 der Öffentlichkeit ein neues Gebäude vorstellen. In dem Neubau waren nicht nur Büros und eine Bibliothek angesiedelt, sondern auch ein moderner Kammermusiksaal. Seitdem ist das Beethoven-Haus als Konzertveranstalter aus dem Bonner Musikleben nicht mehr weg zu denken.

Der 24. Februar 2009 hatte für das Beethoven-Haus eine besondere Bedeutung. An diesem Tag kann die Bonner Kultureinrichtung gleich auf zwei geschichtsträchtige Ereignisse zurückblicken: Vor 120 Jahren wurde im Hause des Verlegers Hermann Neusser von zwölf angesehenen Bonner Bürgern der Verein Beethoven-Haus gegründet, und auf den Tag genau 100 Jahre später konnte der Verein in unmittelbarer Nachbarschaft zu Beethovens Geburtshaus ein neues Gebäude einweihen, in das auch ein moderner Kammermusiksaal integriert worden war. Mit dem Bau des Kammermusiksaales knüpfte der Verein an eine lange Tradition an. Schon in den Gründungsjahren hatte er Konzerte ausgerichtet, später veranstaltete er sogar die ersten Beethovenfeste. In dem neuen Konzertsaal sollte diese alte Tradition mit zeitgemäßen Inhalten fortgesetzt werden. Mit der Namensgebung "Hermann J. Abs" ehrt der Verein Beethoven-Haus seinen langjährigen Vorsitzenden Hermann J. Abs (1901-1994), der sich mit überaus großem Engagement für den Bau des Kammermusiksaales eingesetzt hatte.

Mit diesem modernen Saal, konzipiert von dem Kölner Architekten Thomas van den Valentyn, begann für das Beethoven-Haus eine neue Phase. Das Beethoven-Haus erhielt damit nicht nur einen der architektonisch und akustisch gelungensten Konzertsäle seiner Art in Europa, sondern - neben den bestehenden Arbeitsbereichen Museum, Archiv und Verlag - auch eine neue Abteilung. Die Konzerte im Kammermusiksaal rückten das Beethoven-Haus mehr in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Eröffnet wurde der Konzertsaal im Frühjahr 1989 mit einer kleinen Konzertreihe: Es spielten das Melos Quartett, Mitglieder des Orchesters der Beethovenhalle (heute: Beethoven Orchester Bonn) und das Raschèr Saxophone Quartett. Die erste "richtige" Konzertsaison begann im Herbst 1989 mit damals schon so renommierten Künstlern wie dem Abegg-Trio, dem Auryn-Quartett, mit der Cellistin Maria Kliegel oder dem Pianisten Pavel Gililov.

Von Anfang an zeichneten Martella Gutierrez-Denhoff und Ursula Timmer-Fontani für die künstlerische Leitung des Kammermusiksaales verantwortlich. Sie setzen Akzente, die bis heute wirksam und erfolgreich sind: Sie konzipierten verschiedene Konzert­reihen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So gab es bereits von Anfang an die renommierte Reihe der "Kammerkonzerte?, in der herausragende Künstler und Ensembles mit überwiegend klassischen Programmen präsentiert werden. Ein Schwerpunkt lag und liegt bis heute auf der Förderung junger Künstler - damals wurden sie in der Reihe "Preisträgerkonzerte" vorgestellt, heute nennt sich die Reihe "Young Stars". So manche Künstler, die heute zu den Stars der internationalen Musikszene zählen, standen damals schon auf der Bühne des Kammermusiksaales - wie z.B. Ruth Ziesak, Gustav Rivinius, das Ma´alot Quintett oder Frank Peter Zimmermann.

Die unmittelbare Nähe zum Beethoven-Haus mit seiner umfangreichen und einzigartigen Sammlung - der Tresor mit den wertvollen Beethoven-Handschriften befindet sich unter der Bühne des Kammermusiksaals -, und die enge Verbindung zur wissenschaftlichen Forschung im Beethoven-Archiv ermöglichte es, besondere Konzerte zu konzipieren, in denen historische Instrumente erklangen (z.T. aus der Sammlung des Beethoven-Hauses) und Beethovens Werke unter besonderen Aspekten oder im Kontext mit denen seiner Zeitgenossen zu erleben waren. Natürlich wurden und werden bis heute besondere Beethoven-Tage wie der Tauf- und der Todestag des Komponisten jeweils mit Konzerten begangen.

Die zeitgenössische Musik lag den beiden Leiterinnen des Kammermusiksaales ebenfalls von Anfang an besonders am Herzen. Gleich mit der ersten Saison startete die Reihe "Komponisten machen Programme", in denen einschlägige Komponisten in Gesprächs­konzerten ihre Werke erläuterten. Den Auftakt machten Günter Bialas, Isang Yun, Wilhelm Killmayer und Mauricio Kagel. Später folgten Dieter Schnebel, Nicolaus A. Huber, Ruth Zechlin, György Kurtág, Wolfgang Rihm u.v.a.. Schon in der zweiten Saison 1990/1991 wurde das Konzertangebot des Kammer­musiksaales um die Reihe "Aspekte? erweitert, in der bis heute herausragende Künstler der internationalen Jazz-Szene, aber auch Weltmusik und andere musikalische Projekte präsentiert werden, die sich nicht unter einem Label subsummieren lassen.

Kleine Festivals, die abwechselnd einem Komponisten (z.B. Schubert, Britten, Dvorak, Berg), einem Thema (Humor in der Musik, Literatur und Musik, Volksmusikeinflüsse in der klassischen Musik), oder einem Instrument oder Gattung gewidmet waren (Cellissimo, Akkordeon!, Quartett), ergänzten das Programm und setzten besondere Akzente im kulturellen Angebot der Stadt Bonn. Seit einigen Jahren finden anstelle dieser Festivals "Lange Nächte" statt, die sich jeweils verschiedenen Themen annähern und verschiedene Kunstformen miteinander verbinden (Literatur, Musik, Film, bildende Kunst, Neue Medien).

Im Laufe der Jahre kamen Konzerte für Kinder und Angebote für Schulen hinzu, um auch die Jüng­sten in den Kammermusiksaal zu locken und ihnen eine erste Berührung mit klassischer Musik zu ermöglichen.

Viele Konzertbesucher aus Bonn und der Region gehören seit langem zum Stammpublikum, andere reisen auch aus Köln, Düsseldorf oder dem Ruhrgebiet an, weil sie - neben dem Programm - auch die intime Atmosphäre und die gelungenen Architektur des Saales besonders schätzen. So ist der Kammermusiksaal in den 20 Jahren seines Bestehens zu einer festen Größe im Kulturangebot der Region geworden und aus dem Bonner Musikleben nicht mehr weg zu denken.

Kontakt:
Ursula Timmer-Fontani
Leiterin Kammermusiksaal & Kommunikation
e-Mail pressestelle@beethoven-haus-bonn.de
Fon +49 (0)228 98175-16
Fax +49 (0)228 98175-24
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Herausgeber:
Beethoven-Haus Bonn
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