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Hörspielworkshop 2009

Cover Hörspiel_200
Teilnehmer_200

"Achtung Aufnahme! Bitte Ruhe" ist vor den Künstlerzimmern des Kammermusiksaales zu lesen. Es ist der dritte Vormittag der Workshopwoche. Worauf es bei einem Hörspiel ankommt, was man dafür benötigt und natürlich "unseren" Hörspieltext haben die 11 jungen Hörspielmacher inzwischen kennen gelernt. Die Geschichte spielt zur Zeit des Wiener Kongresses. Aber die historische Kernhandlung ist durch zwei neugierige Kinder, zwei Berichterstatterinnen und eine lauschende Küchenmagd lebendiger geworden und hat einen Rahmen aus der Gegenwart erhalten.

Die Rollen sind verteilt und jeder kennt die persönliche Note seines Protagonisten: Der russische Zar hat natürlich einen leichten russischen Akzent. Auch Graf Rasumowsky ist kein Wiener, was man seiner Aussprache anmerkt. Die Zarin allerdings ist aus Baden gebürtig, was sie noch bei einigen Wörtern durchschimmern lässt. Erzherzog Rudolph wiederum ist Österreicher. Auch dies ist ab und an vernehmbar. Und Beethoven vernimmt man mit sonorer Stimme.

Nun also werden die ersten Aufnahmen gemacht, direkt ins Laptop und mit Aufnahmeprotokoll. Das Abhören der ersten Sprachaufnahmen beflügelt die Fantasie für die Rahmengeschichte. Der Anfang ist jetzt richtig spannend geworden.

Aber zu einem Hörspiel gehören ja auch Musik und Geräusche. Die Musik ist durch den Text vorgegeben und natürlich von Beethoven. Wir hören sie, lernen sie singen oder summen und versuchen, uns in die Hörer von damals hineinzuversetzen. Wie mag diese Musik gewirkt haben?

Das Spannendste bei einer Hörspielproduktion sind dann natürlich die Geräusche. Die meisten können wir selbst machen und aufnehmen: Schritte von Dienern, Damen und Zar und Zarin – mit eigens dafür mitgebrachten Schuhen, da die heute getragenen Turnschuhe oder Sandalen nicht die authentischen Geräusche hinterlassen. Stimmengewirr, Einfüllen von Sekt (Sprudelwasser), Anstoßen der Gläser, die Glocke und die Stocksignale des Dieners, Applaus und Bravorufe, Einstimmen der Streichquartett-Instrumente, Notenauflegen und Blättern, Hinstellen der Klavierbank, auch die Taste des Kasettenrecorders – all dies wird live aufgenommen. Und für die vor dem Palais eintreffenden Pferdekutschen hat Svenja am Mittwoch, bevor sie kam, eigens ihr Pferd Mirko früh morgens ausgeführt und zum Wiehern gebracht, für das Kutschengeräusch eine Mülltonne über den Schotterweg gerollt – und das Ganze für uns aufgenommen.

Am letzten Workshoptag werden dann noch die spannendsten Geräusche aufgenommen: Es geht eine knarrende Holztreppe im Museum hinauf, weiter über ebenso knarrende Holzböden bis auf den Dachboden – für "normale" Museumsbesucher nicht zugänglich! Dort findet sich tatsächlich ein kleines altes Schubladentischchen mit einer schwer zu öffnenden Schublade.
Mehr wird aber nicht verraten. Unser Tontechniker brauchte nur noch wenige zusätzliche Geräusche aus dem Internet hinzufügen und hat aus all unseren Aufnahmen das folgende Hörspiel gezaubert.

Viel Spaß beim Anhören!

Titelblatt

Beethoven-Hörspiel.mp3 (22 MB)
Die verwendeten Musiken wurden mit freundlicher Genehmigung von Naxos Deutschland GmbH zur Verfügung gestellt.