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"Urians neue Reise um die Welt – Ein multinationales Liederprojekt mit Beethoven"

Ein interkulturelles Musikprojekt in der Bonner Jahnschule

Im Sommer 2012 schickte die Liz-Mohn Kultur- und Musikstiftung die Ausschreibung ihrer Ideeninitiative "Integration durch Musik" an verschiedene Schulen des Landes, unter ihnen die Jahnschule in Bonn-Auerberg. Da das Beethoven-Haus mit dieser Schule bereits verschiedene Musikvermittlungsprojekte durchgeführt hat und folgerichtig 2012 eine Bildungspartnerschaft eingegangen ist, wandte sich die jahnschule an das Beethoven-Haus. Dort entstand die Idee, Beethovens – und Matthias Claudius' – Lied "Urians Reise um die Welt" auf die Jahnschule zu übertragen.
Auch wenn die meisten Schüler der Jahnschule inzwischen die deutsche Nationalität besitzen, so sind ihre Elternhäuser doch multinational und die Kinder sprechen neben Deutsch auch die Sprache des Heimatlandes ihrer Eltern.

Das Projekt wurde bei der Liz-Mohn-Stiftung eingereicht und erhielt im November als eines von 14 Projekten unter 221 Anträgen den Zuschlag zur Förderung, weil es "Kindern neben verschiedenen Ländern und Kulturen klassische Lyrik und Liedkunst zeitgemäß näher bringt und durch die Umdichtung auf ihre eigenen Herkunftsländer unmittelbar erfahrbar macht".

Im Januar begann dann die Reise. Die Kinder der Jahnschule "reisten" mit Beethovens Musik durch einige der vielen in ihrer Schule vertretenen Länder, jede Klasse in ein anderes Land. Auf die Melodie von Beethovens Lied verfasste jede Klasse eine eigene Reisestrophe über ihr "Klassen-Land" und lernte ein Kinder- oder Volkslied aus diesem Land.
So erfuhren die Kinder nicht nur von der Vielfalt der Länder und Kulturen, die in dieser Schule vereint sind, sondern wurden sich auch der Kultur ihres eigenen Herkunftslandes bewusst, waren stolz auf ihr Land, machten es zum Gespräch in ihren Familien, erzählten ihren Klassenkameraden von ihren Ländern und deren Kultur und begegneten auch den Kulturen ihrer Mitschüler mit Neugier und Respekt.

Eine Kernstunde des Projekts war die so genannte "Expertenstunde", in der jede Klasse ihr "Klassenland" näher kennen lernte. Hierfür kamen Eltern als "Experten" in die Klassen. Sie erzählten von Bräuchen und Festen in ihren Ländern, zum Beispiel vom Kampf zwischen Winter und Frühling beim "Uzgavenes"-Fest in Litauen oder vom Frauentag in Kamerun.
Oft erzählten auch andere Kinder der Klasse aus ihren (anderen) Ländern, wodurch die Expertenstunde zu einem lebendigen interkulturellen Austausch wurde. In eine Klasse kam sogar das ZDF, um für ihre Kindernachrichtensendung "logo" einen kurzen Beitrag zu produzieren.

Zum Abschluss des Projekts am 19. April 2013 fügten alle Klassen im Foyer der Jahnschule ihre Uri-Jahn-Strophen und die nationalen Volkslieder zu einer gemeinsamen musikalischen Weltreise zusammen.

Dr. Martella Gutiérrez-Denhoff
Projektidee und Projektleitung


Frauentag im Kamerun Frühling kämpft mit Winter
Interkultureller Austausch Abschlussaufführung
Kamerun-Klasse Somalia-Klasse mit
Beethoven-Haus Direktor Malte Boecker