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Kollage
 
 

Philosophie und Religion

 

"So vertritt die Kunst allemal die Gottheit, und das menschliche Verhältniß zu ihr ist Religion, was wir durch die Kunst erwerben, das ist von Gott, göttliche Eingebung, die den menschlichen Befähigungen ein Ziel steckt was er erreicht."

Zugeschrieben. Dieses Zitat ist einem Brief Bettina Brentanos (später verheiratet von Arnim) an Johann Wolfgang von Goethe vom 28. Mai 1810 entnommen. In diesem schildert sie ihre Eindrücke von Beethoven und legt ihm oben genannte Worte in den Mund - es ist also zweifelhaft, ob Beethoven sich wirklich in dieser Weise äußerte.

Arnim, Bettina von: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, Band 2, Berlin: 1835, S. 198



"so ist jede ächte Erzeugung der Kunst, unabhängig, mächtiger als der Künstler selbst, und kehrt durch ihre Erscheinung zur göttlichen zurück, hängt nur darin mit dem Menschen zusammen, daß sie Zeugniß giebt von der Vermittlung des Göttlichen in ihm."

Zugeschrieben. Dieses Zitat ist einem Brief Bettina Brentanos (später verheiratet von Arnim) an Johann Wolfgang von Goethe vom 28. Mai 1810 entnommen. In diesem schildert sie ihre Eindrücke von Beethoven und legt ihm oben genannte Worte in den Mund - es ist also zweifelhaft, ob Beethoven sich wirklich in dieser Weise äußerte.

Arnim, Bettina von: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, Band 2, Berlin: 1835, S. 198 f.



"Die Hoffnung nährt mich, sie nährt ja die halbe Welt, und ich hab' sie mein Lebtag zur Nachbarin gehabt, was wäre sonst aus mir geworden?"

Zugeschrieben. Dieses Zitat entstammt einem Brief Beethovens an Bettina Brentano (später verheiratet von Arnim) vom 11. August 1810. Die Authentizität dieses Briefes ist jedoch zweifelhaft: Von den drei Briefen Beethovens an Bettina ist lediglich zu dem vom 10. Februar 1811 ein Autograph überliefert.

Original nicht bekannt, zitiert nach zitiert nach Thayer, Alexander Wheelock: Ludwig van Beethovens Leben. Band 3, Berlin: 1879, S. 228.



"Wiewohl was kann man einem Menschen größeres geben als Ruhm und Lob und Unsterblichkeit?"

Beethoven zitiert Plinius d. J., Epistulae, Buch 3, Brief 21, Zeile 6 in seinem Tagebuch, 1812-1818.

Beethovens Tagebuch: 1812-1818, hrsg. von Maynard Solomon, Bonn: Beethoven-Haus, 2. Auflage, 2005, S. 84



"Dieß Eine fühl' ich und erkenn' es klar: Das Leben ist der Güter höchstes nicht, Der Uibel größtes aber ist die Schuld."

Beethoven zitiert Schillers "Die Braut von Messina" (Schlussverse) in seinem Tagebuch, 1812-1818.

Solomon, Maynard: Beethovens Tagebuch 1812-1818, S. 86; vgl. auch A. W. Thayer: Ludwig van Beethovens Leben, 4. Band, S. 21



"Ach – Es gibt Momente, wo ich finde daß die sprache noch gar nichts ist"

Beethoven an eine unbekannte Adressatin ("Brief an die Unsterbliche Geliebte"), Teplitz, 6./7. Juli 1812 (BGA 582).

Berlin, Staatsbibliothek, Mus. ep. autogr. Beethoven 127



"und wenn ich mich im Zusammenhang des Universums betrachte, was bin ich und was ist der - den man den Größten nennt - und doch - ist wieder hierin das Göttliche des Menschen"

Beethoven an eine unbekannte Adressatin ("Brief an die Unsterbliche Geliebte"), Teplitz, 6./7. Juli 1812 (BGA 582).

Berlin, Staatsbibliothek, Mus. ep. autogr. Beethoven 127



"alles Uibel ist geheimnißvoll und für sich allein nur größer ja populärer jemehr man sich mit andern bespricht, viel erträglicher und dadurch, daß das was wir fürchten völlig bekannt wird ist es, als hätte man irgend ein großes Uibel überwunden."

In sein Tagebuch, 1812-1818.

Beethovens Tagebuch: 1812-1818, hrsg. von Maynard Solomon, Bonn: Beethoven-Haus, 2. Auflage, 2005, S. 92



"Der mit einem Uibel behaftet wird, welches er nicht ändern kann, sondern welches nach und nach ihn dem Tode näher bringt und ohne welches sein Leben länger gedauert hätte, muß denken, dass er auch so durch Mord oder andere Ursachen hätte noch geschwinder umkommen können o glücklich wer nur für"

In sein Tagebuch, 1812-1818.

Beethovens Tagebuch: 1812-1818, hrsg. von Maynard Solomon, Bonn: Beethoven-Haus, 2. Auflage, 2005, S. 66



"mir ist das geistige Reich das liebste, und der Oberste aller geistigen und weltlichen Monarchien"

Beethoven an Johann Nepomuk Kanka in Prag, Wien, Herbst 1814 (BGA 747).

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB BBr 117



"Liebe liebe liebe liebe liebe Gräfin […] es ist kein Trost für bessere Menschen, ihnen zu sagen, daß andere auch leiden, allein Vergleiche muß man wohl immer anstellen, und da findet sich wohl, daß wir alle nur auf eine andere Art leiden, irren."

Beethoven an Gräfin Marie Erdödy in Jedlesee, Baden, wohl September 1815 (BGA 833).

Original nicht bekannt; Text nach dem Erstdruck von Alfred Schöne, Briefe von Beethoven an Marie Gräfin Erdödy, geb. Gräfin Niszky, und Mag. Brauchle, Leipzig 1867, S. 22, Nr. 10.



"wir endliche mit dem unendlichen Geist sind nur zu leiden und Freuden gebohren, und beynah könnte man sagen die ausgezeichneten erhalten durch Leiden Freude"

Beethoven an Gräfin Marie Erdödy in Jedlesee, Wien, 19. September 1815 (BGA 827).

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB BBr 14



"allein Freyheit, weiter gehn ist in der Kunstwelt, wie in der ganzen großen schöpfung, zweck, u. sind wir neueren noch nicht ganz so weit, als unsere altvordern in Festigkeit, So hat doch die verfeinerung unsrer Sitten auch manches erweitert, meinem erhabnen Musik Zögling, sebst nun schon mitstreiter um die Lorbeern des ruhms, darf Einseitigkeit nicht vorwurf werden, et iterum venturus judicare Vi vos - et mortuos"

Beethoven an Erzherzog Rudolph in Baden, Mödling, 29. Juli 1819 (BGA 1318).

Wien, Gesellschaft der Musikfreunde, A 84/112



"höheres gibt es nichts, als der Gottheit sich mehr als andere Menschen nähern, u. von hier aus die strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht verbreiten"

Beethoven an Erzherzog Rudolph, Unterdöbling, Juli/August 1821 (BGA 1438).

Wien, Gesellschaft der Musikfreunde, A 84/137



"das gute ist unß allzeit deutlich,"

Beethoven an Johann Wolfgang von Goethe in Weimar, Wien, 8. Februar 1823 (BGA 1562).

Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, GSA 33/54



"Wir irren allesamt, Nur jeder irret anderst."

Kanon WoO 198 "Wir irren allesamt", angehängt an einen Brief an Karl Holz, Wien, um den 3. Dezember 1826 (BGA 2234).

Original (die ersten beiden Absätze wohl von der Hand des Neffen, der Rest von Beethoven) nicht bekannt; Text nach dem Erstdruck in Nohl I, Nr. 385. Nohl lag das Original vor (andere Ausgaben folgen entweder Nohl oder einer geringfügig abweichenden Abschrift aus dem Nachlaß Otto Jahns).



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