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Kollage
 
 

Schicksal

 

"wie ein Gespenst ist mir mein schwaches Gehör überall erschienen, und ich flohe - die Menschen, mußte Misantrop scheinen, und bins doch so wenig, diese Veränderung hat ein liebes zauberisches Mädchen hervorgebracht, die mich liebt, und die ich liebe, es sind seit 2 Jahren wieder einige seelige Augenblicke, und es ist das erstemal, daß ich fühle, daß - heirathen glücklich machen könnte, leider ist sie nicht von meinem stande -"

Beethoven an Franz Gerhard Wegeler in Bonn, Wien, 16. November 1801 (BGA 70). Vermutlich ist Giulietta Guicciardi (siehe Abbildung) gemeint. Sie war eine Zeitlang Beethovens Klavierschülerin. Beethoven widmete ihr die 1801 entstandene Fantasie-Sonate op. 27 Nr. 2 ("Mondschein-Sonate").

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 18



"wäre mein Gehör nicht, ich wäre nun schon lang die halbe Welt durchgereißt, und das muß ich – für mich gibts kein großeres Vergnügen als meine Kunst zu treiben und zu zeigen -"

Beethoven an Franz Gerhard Wegeler in Bonn, Wien, 16. November 1801 (BGA 70).

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 18



"ich will dem schicksaal in den rachen greifen, ganz niederbeugen soll es mich gewiß nicht -"

Beethoven an Franz Gerhard Wegeler in Bonn, Wien, 16. November 1801 (BGA 70).

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 18



"es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben – nur sie die Kunst, sie hielt mich zurück,"

Beethoven an seine Brüder Kaspar Karl und Johann van Beethoven ("Heiligenstädter Testament"), Heiligenstadt, 6. und 10. Oktober 1802 (BGA 106).

Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, ND VI 4281



"ach es dünkte mir unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich aufgelegt fühlte"

Beethoven an seine Brüder Kaspar Karl und Johann van Beethoven ("Heiligenstädter Testament"), Heiligenstadt, 6. und 10. Oktober 1802 (BGA 106).

Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, ND VI 4281



"Kein Geheimniss sey dein Nichthören mehr – auch bey der Kunst."

Notiert auf einem Skizzenblatt zu op. 59 von 1806.

Wien, Gesellschaft der Musikfreunde, A 36



"Doch ich wäre glüklich, vieleicht einer der Glüklichsten Menschen, wenn nicht der Dämon in meinen Ohren seinen Aufenthalt aufgeschlagen - hätte ich nicht irgendwo gelesen, der Mensch dörfe nicht freywillig scheiden von seinem Leben, so lange er noch eine gute That verrichten kann, längst wär ich nicht mehr - und zwar durch mich selbst - o so schön ist das Leben, aber bey mir ist es für immer vergiftet -"

Beethoven an Franz Gerhard Wegeler in Koblenz, Wien, 2. Mai 1810 (BGA 439).

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 19



"für dich armer B. gibt es kein Glük von außen, du must dir alles in dir selbst erschaffen nur in der Idealen Welt findest du freunde"

Beethoven an Baron Ignaz von Gleichenstein, Wien, Anfang Juni 1810 (BGA 445).

Beethoven-Haus Bonn, BH 7



"Die Kunst die Verfolgte findet überall eine Freystadt, erfand doch Dädalus Eingeschlossen im Labirinthe Die Flügel, die ihn oben hinaus in die Luft emporgehoben, o auch ich werde sie finden diese Flügel"

Beethoven an Nikolaus Zmeskall, Wien, 19. Februar 1812 (BGA 553).

Wien, Österreichische Nationalbibliothek, 7/2-3



"Du darfst nicht Mensch seyn, für dich nicht, nur für andre; für dich gibt’s kein Glück mehr als in dir selbst in deiner Kunst – o Gott! gib mir Kraft, mich zu besiegen, mich darf ja nichts an das Leben fesseln."

In sein Tagebuch, 1812-1818.

Beethovens Tagebuch: 1812-1818, hrsg. von Maynard Solomon, Bonn: Beethoven-Haus, 2. Auflage, 2005, S. 29 f.



"Alles was Leben heißt sey der Erhabenen geopfert und ein Heiligthum der Kunst, laß mich leben, sey es auch mit Hilfsmitteln wenn sie sich nur finden!"

In sein Tagebuch, 1812-1818.

Beethovens Tagebuch: 1812-1818, hrsg. von Maynard Solomon, Bonn: Beethoven-Haus, 2. Auflage, 2005, S. 45



"Das Alleinleben ist wie Gift für dich bey deinem Gehörlosen Zustande, Argwohn muß bey einem niedern Menschen um dich stets gehegt werden"

In sein Tagebuch, 1812-1818.

Beethovens Tagebuch: 1812-1818, hrsg. von Maynard Solomon, Bonn: Beethoven-Haus, 2. Auflage, 2005, S. 92



"mein unglückseliges Gehör plagt mich hier nicht, ist es doch, als wenn jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande heilig! heilig!"

Abschrift Beethovens vom Text der fünf Gedichte von Johann Gottfried Herders "Morgenländische Blumenlese", vielleicht 1815. Zitiert nach Nohl, Ludwig: Beethoven's Leben, 2. Bd.: Das Mannesalter: 1793-1814, Leipzig: E. J. Günther, 1867, S. 573

London, The British Library, Zweig. Ms. 15, vgl. Sear Searle, Arthur: Catalogue of the music manuscripts: The British Library, Stefan Zweig Collection, London: The British Library, 1999, S. 17



"Es geht beßer mit der gesundheit doch noch nicht so gut als ich früher war. - Nun lebe wohl das tag tägliche erschöpft mich"

Brief an den Neffen Karl, Baden, 23. August 1823 (BGA 1735).

Wien, Stadt- und Landesbibliothek, I.N. 43026



"plaudite amici, comoedia finita est."

Zugeschrieben. Anton Felix Schindler berichtet in einem Brief an Ignaz Moscheles in London, Wien, 24. März (BGA 2286) sowie in einem Brief an B. Schott's Söhne in Mainz, Wien, 12. April 1827 (BGA 2291).

Angeblich sagte Beethoven diese Worte kurz vor seinem Tod. Nach Gerhard von Breuning soll Beethoven diese Worte (Schluß altrömischer Komödien) nicht nach dem Empfang der Sterbesakramente (24.3.1827), sondern schon einen Tag früher nach dem letzten Konsilium der Ärzte gesprochen haben, Aus dem Schwarzspanierhause, Wien 1874, S. 104f.

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 33; Mainz, Stadtbibliothek, Hs III 71,
Nr. 31




"Schade! - Schade! - zu spät!!"

Zugeschrieben. Anton Felix Schindler erzählt von Beethovens Tod in einem Brief an B. Schott's Söhne in Mainz, Wien, 12. April 1827 (BGA 2291): "Dieß war gegen 3/4 auf 1 Uhr. Ich stellte ihm die 2 Bouteillen Rüdesheimer, und die andern 2 Bout. mit dem Tranke auf den Tisch zu seinem Bette. Er sah sie an, und sagte: Schade! - Schade! - zu spät!! - dieß waren seine allerletzten Worte. - Gleich darauf verfiel er in solche Agonie, daß er keinen Laut mehr hervorbringen konnte. Gegen Abend verlohr er das Bewußtsein und fing an zu phantasiren. Dieß dauerte fort bis den 25.ten Abends, wo schon sichtbare Spuren des Todes sich zeigten, und dennoch endete er erst den 26.ten um 3/4 auf 6 Uhr Abends."

Mainz, Stadtbibliothek, Hs III 71, Nr. 31



"Baumwolle in den Ohren am Klawier benimmt meinem Gehör das unangenehm Rauschende."

Notiert auf einem Skizzenblatt zur Sinfonie Nr. 7 (A-Dur) op. 92, auf der ersten Seite im sogenannten Petter-Skizzenbuch.

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 59



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