Beethoven und das Geld

"Alle Noten bringen mich nicht aus den Nöthen!!"

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Vom Hofmusiker zum freischaffenden Künstler

Die ersten Wiener Jahre

1792 begab sich Beethoven erneut zu einem Studienaufenthalt nach Wien, von dem er nie wieder nach Bonn zurückkehren sollte. Vor seiner Abreise schrieb ihm einer seiner wichtigsten Bonner Förderer, Graf von Waldstein, das berühmt gewordene Diktum "Durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie: Mozart's Geist aus Haydens Händen" ins Album. Der Kurfürst beurlaubte Beethoven und stattete ihn mit einem Stipendium von 100 Reichstalern aus.


Ludwig van Beethoven, 1802


Halbtaler 1800 avers

In Wien knüpfte Beethoven schnell gute Kontakte und führte sich erfolgreich in die kunstliebenden aristokratischen Kreise der Musikmetropole ein. In seinem Reisetagebuch notierte er auch noch seine Ausgaben in der ersten Zeit in Wien. Für sein Zimmer zahlte er 14 Gulden monatlich, für "essen mit dem wein" notierte er um 16 Gulden. Da der Betrag, den der Bonner Kurfürst zahlte, 150 Gulden entsprach, konnte Beethoven von diesem Geld also nicht leben, noch nicht einmal die Mietkosten decken. Durch verschiedene Nebentätigkeiten wie Unterricht und Auftritte in den adeligen Salons als Pianist etablierte er sich aber schnell als Künstler und erfuhr dann später auch als Komponist Unterstützung durch den Adel.


Fürst Karl von Lichnowsky (1756-1814)


Stadt-Banco-Zettel 1806

Fürst Karl von Lichnowsky setzte Beethoven im Jahr 1800 ein Jahresgehalt von 600 Gulden aus, das gezahlt werden sollte, bis Beethoven ein sicheres Einkommen hätte. In einem Brief an seinen Bonner Freund Franz Gerhard Wegeler berichtete Beethoven sehr optimistisch, wenn nicht gar euphorisch, von seinen derzeitigen Lebensumständen: "von meiner Lage willst du was wissen, nun sie wäre eben so schlecht nicht, seit vorigem Jahr hat mir Lichnowski [...] eine sichere Summe von 600 fl. ausgeworfen, die ich, so lang ich keine für mich passende Anstellung finde, ziehen kann, meine Komposizionen tragen mir viel ein [...] auch habe ich auf jede Sache 6, 7 Verleger [...] ich fodere und man zahlt [...] auch bin ich ökonomischer als sonst, sollte ich immer hier bleiben, so bringe ichs auch sicher dahin daß ich jährlich immer eine[n] Tag zur Akademie erhalte". Beethoven hatte am 2. April 1800 das erste Konzert zu seinen eigenen Gunsten im renommierten Hofburgtheater gegeben. Obwohl er auch damals schon großen Wert auf seine Unabhängigkeit legte, strebte er trotzdem mehrfach eine gut dotierte sichere Anstellung an. Nachdem er schon 1803/1804 als Opernkomponist und Kapellmeister beim Theater an der Wien angestellt war, bewarb er sich Ende 1807 bei der k.k. Hoftheaterdirektion. Allerdings forderte er die horrende Summe von 2400 Gulden (Salieri verdiente als Hofkapellmeister lediglich 1200 Gulden) sowie die Einnahmen aus der dritten Aufführung der Oper, die er jährlich komponieren würde. Gegen ein weiteres honorarfreies Werk wollte er einmal jährlich die Räumlichkeiten für ein Konzert zu eigenen Gunsten nutzen. Das Anstellungsgesuch wurde abgelehnt.

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