Colouring the Sound

Tommaso De Meo's Visual Interpretations of Beethoven's Nine Symphonies

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Das deutsche Pachtgebiet Kiautschou in China


Karte des gesamten Koloniegebiets, gedruckt in Bando


In der Kolonialpolitik des Deutschen Reiches spielte die Erschließung Ostasiens als wichtiges Handelsgebiet eine große Rolle. Die Ermordung zweier deutscher Missionare in China war für Kaiser Wilhelm II. ein willkommener Vorwand, 1897 die für einen Marinestützpunkt geeignet befundene Bucht von Kiautschou an der chinesischen Ostküste zu besetzen. Im März 1898 wurde mit China ein Pachtvertrag für das Kiautschou-Gebiet mit dem kleinen Fischerdorf Tsingtau für 99 Jahre geschlossen. Zum Schutz des deutschen Pachtgebiets bildete die Kaiserliche Marine das III. Seebataillon (Marineinfanterieeinheit), das durch Matrosen-Artillerie verstärkt in Tsingtau stationiert wurde. Innerhalb weniger Jahre wurde der Ort mit erheblichen finanziellen Mitteln zu einer prosperierenden Hafen-, Handels- und Universitätsstadt ausgebaut. Die Bevölkerung stieg in 11 Jahren von 15.600 auf 55.000, davon die Anzahl der Nichtchinesen von 2500 auf 4500. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog das Militär deutsche berufstätige Reservisten und Freiwillige aus ganz China in Tsingtau zusammen. Am 10. August 1914 stellte das mit England verbündete Japan ein unbeantwortet gebliebenes Ultimatum, in dem die vollständige Übergabe des Pachtgebiets verlangt wurde. Was folgte, war ein wochenlanger Kampf, zunächst mit örtlich begrenzten Gefechten, ab Ende Oktober mit Großangriffen der Belagerer, der schließlich mit der Kapitulation der ca. 5000 eingeschlossenen Soldaten - denen mittlerweile 60.000 Japaner gegenüberstanden - am 7. November 1914 sein Ende fand. Die Kolonie bestand also gerade einmal 16 Jahre.


Karte von Tsingtau und Umgebung mit militärischen Befestigungsanlagen (rot gekennzeichnet)



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